Wir über uns

Wie alles begann:

Mitten in der Neckartalgemeinde Deizisau stand die alte Zehntscheuer, einst ein Gebäude, in dem sich die Deizisauer Bevölkerung traf, um ihren Zehnten abzuliefern. Sicherlich war die Zehntscheuer in ihrer Vergangenheit ein wichtiger Ort der Kommunikation und dazu sollte das denkmalgeschützte Gebäude nach dem Umbau (1992 bis 1994) auch wieder werden, darin war sich der Deizisauer Gemeinderat einig. Die Idee "Ein Dach für alle Generationen" war geboren.

Ab 1994: Das Haus füllt sich mit Leben

Mit einer Einweihungswoche machte sich die Einrichtung in und um Deizisau bekannt: verschiedene Veranstaltungen richteten sich an die künftig erhofften Gäste aus den unterschiedlichsten Altersgruppen. Doch nachdem die Einweihung von vielen als Gelegenheit genutzt wurde, das Haus nach seiner Umbauphase kennenzulernen, ging es mit kleinen Schritten zu den erhofften Erfolgen. Die Skepsis war groß: Jung und Alt unter einem Dach, eine Mischung aus Jugendhaus und Bürgertreff - das war für viele unvorstellbar, ging es doch zu Hause oft schon nicht gut, das Zusammensein verschiedener Generationen. Hinzu kam, dass für Ältere die Gestaltung des Hauses sehr modern schien, während Jugendliche die Ausstattung des Gebäudes zu "schnieke" fanden. Anfänglich war es auch sehr schwierig, neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Planungsphase neue freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzu zu gewinnen.

Doch allmählich entdeckten die Deizisauerinnen und Deizisauer Möglichkeiten, das Haus für sich zu nutzen, sei es bei Veranstaltungen wie Musikalischem Frühstück und Musikparty oder für einen "Kaffeeklatsch". Mit der Annahme des Hauses wuchs auch die Zahl derer, die sich im Haus und für das Haus engagieren wollten. So entwickelte sich der "Treffpunkt für Jung und Alt" mit den Jahren zu einer Einrichtung, die aus dem sozialen und kulturellen Leben Deizisaus nicht mehr wegzudenken ist. Inzwischen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Jugendliche und Ältere das Haus besuchen und nutzen, manchmal ganz nach ihren speziellen Interessen, manchmal auch gemeinsam bei Angeboten oder Veranstaltungen und bisweilen besuchen drei Generationen einer Familie miteinander das Haus.

Aufgrund der grossen Resonanz auf das Programm im Haus wurde nach 5 Jahren eine zweite hauptamtliche Mitarbeiterin eingestellt. Entlastet bei der Finanzierung dieser zweiten Personalstelle wird die Kommune Deizisau von einem Förderkreis, der von Gemeinde und Kreisjugendring Esslingen e.V. ins Leben gerufen wurde. Dem Förderkreis gehören Deizisauer Privatpersonen, Vereine und ortsansässige Firmen an, die mit ihrem  Jahresbeitrag einen Teil der Personalkosten tragen.

Fünf "tragenden Säulen" - der Offene Bereich, Kulturveranstaltungen, Kurse, Vorträge und Gruppenangebote, Projekte und Aktionen sowie die Interessen- und Tauschbörse - sind nach wie vor eine Art Grundgerüst, um das sich das Geschehen in der Zehntscheuer rankt, wenngleich sich die Angebote im Laufe der Zeit zum Teil verändert haben, den Bedürfnissen und Interessen angepasst wurden. Einen wesentlichen Anteil an diesem tragenden Gerüst  leisten die rund 70 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwischen 14 und 82 Jahre alt sind und sich in den unterschiedlichsten Bereichen engagieren. Vor allem für Jugendliche ist das Engagement im  Hause ein spannendes Erfahrungsfeld, sich beispielsweise beim Thekendienst im Offenen Bereich oder bei Kinderaktionen auszuprobieren und in Verantwortung und Verbindlichkeit zu üben.

2009: 15 Jahre Zehntscheuer:
Angekommen - und noch lang nicht am Ziel

Was anfangs unglaublich erschien, wurde Wirklichkeit: Menschen unterschiedlicher Generationen treffen sich unter einem Dach und fühlen sich wohl. Der mehrgenerative Ansatz der Zehntscheuer hat weit über die Landkreisgrenzen eine Vorbildfunktion. So besuchten Gruppen aus der näheren Umgebung, kommunale Delegationen aus unterschiedlichen Bundesländern und dem benachbarten Ausland die Einrichtung, um sich über die Konzeption und deren praktische Umsetzung zu informieren.
Doch stets ist das, was im Hause geschieht und angeboten wird im Fluß, denn mit den Menschen, die das Haus beleben, ob als Besucherinnen und Besucher oder als freiwillig Engagierte, wandelt sich stets das Angebot und der gelebte Alltag.

Was wir weiterhin wollen

„Alt gegen Jung – ein klassischer Verteilungskonflikt? ... Wir schaffen es nur gemeinsam – Alt und Jung. Und es geht auch deshalb nicht um ein Gegeneinander, weil all diese abstrakten Zahlen einen tieferen emotionalen Kern haben. Wir Jungen möchten natürlich, dass es unseren Eltern und Großeltern gut geht. Wir haben ihnen viel zu verdanken – das Aufwachsen in Frieden und Wohlstand, unsere Erziehung, Ausbildung und vieles mehr. Und ebenso selbstverständlich wollen die Alten, dass ihre Kinder und Enkel in eine sichere Zukunft blicken können. Dass sie ihr Leben so leben können, wie sie sich das vorstellen.
Also lassen wir uns bitte keinen Generationenkonflikt einreden. Wir haben gemeinsame Probleme und wir werden sie gemeinsam lösen. Es wird sicher nicht leicht, aber mit gegenseitigem Respekt und Verständnis für die Bedürfnisse der anderen werden wir eine Lösung finden, die für alle akzeptabel ist. Das verstehe ich unter praktizierter Generationengerechtigkeit.“

Diese Sätze stammen von Anna Lührmann (Bündnis 90 / Die Grünen). Anna Lührmann war damals mit 19 Jahren die jüngste Abgeordnete im Deutschen Bundestag.
In klaren Worten fasst sie zusammen, was den Dialog der Generationen trägt:
• Respekt
• Verständnis
• Miteinander
• Einander das Gute wünschen
• Wissen, was wir einander wert sind
• gemeinsam Anpacken und Schwierigkeiten angehen

Mögen diese Gedanken stets in der Zehntscheuer Deizisau ihren Platz einnehmen, damit die Generationen nebeneinander, miteinander und für andere aktiv sein können.

 

Konzept

Die Konzeption und ihre Geschichte

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Personal

Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter der Zehntscheuer

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Förderkreis

Förderkreis der Zehntscheuer

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Räume

Räumlichkeiten der Zehntscheuer

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